Didaktik der Chemie
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Untersuchung zur Frequenz und Qualität von Lehrer- und Schülerfragen im Chemieunterricht

Zierl, Katharina

Diese Arbeit befasst sich mit dem Frageverhalten sowie der Fragefrequenz im Chemieunterricht an einem bayerischen naturwissenschaftlichen Gymnasium. Aufbauend auf den theoretischen Grundlagen zur historischen Bedeutung, dem konstruktivistischen Lernen, in Hinblick auf problemorientierten bzw. fragend-entwickelnden Unterricht, Fragen als Lernstrategie, Fragen im naturwissenschaftlichen Unterricht sowie Inhalte zu Schüler- und Lehrerfragen, wurde ein Untersuchungsdesign ausgewählt. Analysiert wurden 26 Unterrichtsstunden von insgesamt fünf Klassen mit drei unterschiedlichen Lehrkräften. Die Auswertung befasst sich mit drei Hypothesen.

Hypothese 1, welche messbare Unterschiede in der Qualität der Lehrerfrage in den verschiedenen Jahrgangsstufen postuliert, konnte auf Grund des Einflusses der Lehrerpersönlichkeit nicht bestätigt werden.

Hypothese 2 untersuchte Unterschiede zwischen den Lehrkräften wie auch zwischen den Lernenden verschiedener Jahrgangsstufen bezüglich der Fragenhäufigkeit und deren kognitiven Komplexität. Sie konnte im Bezug auf die untersuchten Schülerfragen nur dahingegen bestätigt werden, dass die Fragenfrequenz mit zunehmender Jahrgangsstufe abnimmt. Eine lineare Zunahme bezüglich der Qualität der Schülerfrage konnte nicht festgestellt werden. Einseitige Varianzanalysen bestätigen, dass die Qualität und die Frequenz der Lehrerfrage sich zwischen den einzelnen Lehrkräften unterscheiden.

Annahmen, dass Schülerinnen und Schüler zumeist Fragen auf kognitiv geringem Niveau generieren und gleichzeitig „Fragenkinder“ identifiziert werden können, bestätigen sich nur zum Teil. Es konnte gezeigt werden, dass sich Fragen nicht gleichmäßig auf die Klasse verteilen. „Fragenkinder“ konnten nur in einer Klasse signifikant zugeordnet werden. Insgesamt befinden sich die Fragen der Schülerinnen und Schüler auf einem geringen kognitiven Niveau mit einem hohen Anteil an Verifikationsfragen. Komplexe Gedankengänge auf Seiten der Schülerinnen und Schüler können in dieser Studie dennoch nicht ausgeschlossen werden.

Auf Grund dessen, dass Schülerinnen und Schüler, wenn sie explizit dazu aufgefordert werden, Fragen auf einem hohen Niveau zu stellen, dazu durchaus in der Lage sind, sollte ihnen im Unterricht mehr Raum gegeben werden, genau solche Fragen zu generieren. Der Qualität der Lehrerfrage sollte im Rahmen der Lehrerausbildung ein höherer Stellenwert eingeräumt werden.