Didaktik der Chemie
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Lernen an Stationen - Ein Vergleich dieser offenen Unterrichtsform an Gymnasium und Berufsoberschule

Kreiller, Franziska

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem offenen Unterricht, seiner Umsetzungsmöglichkeit des Stationenlernens und dessen Auswirkung auf Wissenszuwachs und Fähigkeitsselbstkonzept in Bezug auf Interesse und Experimentierpräferenz im Vergleich von Gymnasium und Berufsoberschule.

„Das kleinste Gramm eigener Erfahrung ist mehr Wert, als Millionen fremder Erfahrungen“ (Lessing in Schonert-Hirz, 2009, S. 67)

Dieses Zitat von Lessing spiegelt wunderbar entscheidende Merkmale von offenem Unterricht wieder. Den SchülerInnen sollen Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit vermittelt werden. Dies ist besonders durch eigene Erfahrungen wie beispielsweise im Experimentieren in einem Lernzirkel möglich. Ein solcher wurde mit sechs Pflichtstationen und einer Wahlstation zu einem vierstündigen Einstieg ins Thema „Protonenübergänge“ unter Berücksichtigung verschiedener didaktischer Mittel geplant und anschließend in einer 9. Klasse mit 25 Gymnasiasten des naturwissenschaftlichen Zweigs in Pfarrkirchen und einer 12. Klasse der Berufsoberschule im Technikzweig mit 19 Schülern durchgeführt.
Damit für diese Untersuchung eine Auswertung möglich war, wurde ein Pre- und Posttest mit Items zum Interesse, der Experimentierpräferenz und ein Wissenstest entwickelt, die mit Hilfe von SPSS ausgewertet wurden.
Die zu überprüfenden Hypothesen besagten, dass durch die Intervention des Stationenlernens sowohl das Interesse, die Experimentierpräferenz als auch das Wissen aller SchülerInnen signifikant steigerte und bei den ersten beiden ein Vorteil auf Seiten der Gymnasiasten feststellbar war, hingegen beim Wissenszuwachs die Berufsoberschüler mehr profitierten. Unter dem Gymnasialschülern konnten in allen drei Bereichen hoch signifikante Steigerungen beobachtet werden. Zu einer hochsignifikanten Verbesserung kam es an der Berufsoberschule im Bereich von Experimentierpräferenz und Wissenszuwachs. Das Interesse verbesserte sich nur minimal. Zwischen den Schularten war kein überzufälliger Unterschied zu erkennen. All diese Ergebnisse können jedoch unter dem Aspekt der kleinen  Stichprobe schwer verallgemeinert werden.
Als Fazit bleibt jedoch, wie schon Konfuzius sagte:„Sage es mir, und ich vergesse es; zeige es mir, und ich erinnere mich; lass es mich tun, und ich behalte es.“ (Konfuzius), dass sich die Methode des selbstständigen Handels auf jeden Fall positiv auf die Schüler auswirkt.