Didaktik der Chemie
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Effekte des Arbeitsblatteinsatzes am bayrischen Gymnasium

Stoiber, Verena

Das Augenmerk dieser Arbeit liegt auf der Untersuchung der Effekte des Arbeitsblatteinsatzes an einem bayrischen Gymnasium. Die Untersuchung sollte mit Hilfe der Befragung einer relativ kleinen Anzahl bayrischer Gymnasiasten folgende Hypothesen überprüfen: Die   Erfahrungen und das Verständnis der Schüler mit Arbeitsblättern sind gut,  der Bildungseffekt von Arbeitsblättern ist höher als mit anderen Unterrichtsmedien,  Arbeitsblätter wirken sich positiv auf das naturwissenschaftliche Arbeiten der Schüler aus und die Schüler haben eine gute Meinung über Arbeitsblätter.  Die Untersuchungsergebnisse zeigten Folgendes:

Die Schülererfahrungen mit Arbeitsblättern sind nur zum Teil gut. Arbeitsblätter werden sowohl im Chemieunterricht als auch in anderen Unterrichtsfächern sehr häufig eingesetzt, fast immer bei dafür geeigneten Unterrichtsthemen und nur sehr selten am Ende einer Chemiestunde. Außerdem werden Arbeitsblätter laut Schülererfahrung von einem Teil der Schüler nicht ins Heft geklebt oder anderweitig fixiert, von Lehrern manchmal als Hausaufgabe aufgegeben, immer verbessert, aber nicht immer konsequent und vollständig bearbeitet.

Das Verständnis der Schüler von Unterrichtsinhalten wird nur zum Teil durch Arbeitsblätter verbessert. Schüler niedriger Jahrgangsstufen verstehen im Gegensatz zu denen der 11. Jahrgansstufe Unterrichtsinhalte meist eher mit Arbeitsblättern als mit Schulbüchern. Der Vergleich Heft und Arbeitsblatt bezüglich des Schülerverständnisses fiel zu Gunsten des Heftes aus.  einem Ordner ab, währenVor allem jüngere Schüler verstehen mehr Dinge im Chemieunterricht, wenn ihr Lehrer anstelle von Arbeitsblättern modernere Unterrichtsmedien einsetzt. Eine schöne Arbeitsblattgestaltung hilft den Schülern zumindest zum Teil, Dinge im Chemieunterricht besser und schneller zu verstehen, wirkt sich aber nur zum Teil positiv auf die Lernmotivation aus. Bilder auf Arbeitsblättern wirken sich auch nur zum Teil positiv auf das Verständnis aus. Unterrichtsinhalte, die Schüler mit Arbeitsblättern lernen, können sie sich eher nicht Monate lang merken. Schüler lernen eher ungern mit Arbeitsblättern auf Prüfungen, womöglich deshalb, weil auch dann deren Prüfungserfolge nicht so groß sind. Nach Schülermeinung sind Arbeitsblätter nur noch zum Teil zeitgemäße Unterrichtmedien. Weshalb sie womöglich auch den Arbeitsblatteisatz im Fach Chemie und auch in anderen Fächern nur zum Teil für nötig halten. Viele Schüler wären sogar mit einer Ersetzung von Arbeitsblättern durch moderne Unterrichtsmedien einverstanden. Nach Schülermeinung ersparen Arbeitsblätter viel Schreibarbeit und alle Schüler können meist auf dieselben Informationen zurückgreifen. Außerdem halten die Schüler die Qualität der Arbeitsblätter im Chemieunterricht für gut bis befriedigend und sind der Meinung, dass Arbeitsblätter meist den Lehrer im Unterricht entlasten. Beim naturwissenschaftlichen Arbeiten bzw. bei Versuchsdurchführungen helfen schriftliche Anleitungen auf Arbeitsblättern den Schülern zumindest zum Teil. Manchen Schülern helfen die Anweisungen des Chemielehrers besser, Versuche zu verstehen und die meisten Schüler ergänzen lieber Versuchsbeschreibungen auf einem Arbeitsblatt, als dass sie selbst im Heft mitschreiben.

Die Quintessenz aus den Ergebnissen für den zukünftigen Arbeitsblatteinsatz ist, dass nur qualitativ hochwertige und sinnvoll gestaltete Arbeitsblätter an didaktisch geeigneten Unterrichtsstellen im Wechsel mit anderen geeigneten Unterrichtsmedien vom Lehrer eingesetzt werden sollen, damit die Schüler den höchsten Nutzen vom Arbeitsblatteinsatz im Unterricht haben.