Didaktik der Chemie
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Gelingt kompetenzorientierter Unterricht am Beispiel Chemie auch schon im Heimat- und Sachkundeunterricht der Grundschule?“

Huber, Kathrin

Zentrales Thema der Zulassungsarbeit war das kompetenzorientierte Arbeiten mit Grundschülern und Grundschülerinnen. Am Beispiel des Unterrichtsfaches Chemie wurden die Kinder im Rahmen etlicher Stunden des Heimat- und Sachunterrichts bezüglich ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten auf den Prüfstand gestellt. Ort des Geschehens war eine Grundschule im ländlichen Bereich, die bis dato sehr wenige Materialien für naturwissenschaftlichen Unterricht zur Verfügung hat.

Kompetenzorientiertes Unterrichten beinhaltet Experimentieren, Arbeit in Gruppen, selbstständiges Auswerten und Kommunizieren von Ergebnissen, Bilden einer Meinung, usw. Da sehr viele Versuche von den Schülern und Schülerinnen (in Folge: SchülerInnen) selbst durchgeführt wurden, konnte in Anlehnung an die Bildungsstandards für die Realschulen der Kompetenzbereich Erkenntnisgewinnung stets eingebracht werden. Auch Fachwissen, Kommunikation und Bewertung kamen zum Tragen. Es sollte herausgefunden werden, inwiefern solch ein Unterricht in der Grundschule möglich ist und es wurden durchaus positive Ergebnisse erzielt. Die große Neugier und Aufgeschlossenheit der GrundschülerInnen gegenüber neuen Erfahrungen waren dabei sehr hilfreich.1 Die Kinder waren stets motiviert und wollten ausnahmslos alle Versuche selbst durchprobieren. Für die Unterrichtsreihe wurden natürlich altergemäß eher einfachere Inhalte der Chemie gewählt, die sich teilweise mit der Physik überschnitten. Da wäre zum einen der Rotkohlindikator, Versuche zu den Gasen O2 und CO2, diverse Experimente zu Trenn- und Mischvorgängen, usw. Um Zeit zu sparen wurden hauptsächlich Arbeitsblätter verwendet, die in einem extra Materialanhang zu finden sind. Nach Auswertung des Arbeitsmaterials und der Notizen zum Verhalten der Kinder während der Stunden (Fähigkeiten und Fertigkeiten) war festzustellen, dass vor allem genaues Lesen und Beobachten oft noch schwer fällt.

Diagramme wurden schon recht ordentlich gezeichnet, die Protokollführung solch junger Kinder ist jedoch noch sehr unübersichtlich und erfolgt nur dann einwandfrei, wenn die wichtigsten Punkte eines Protokolls bereits vorgegeben sind. Insgesamt gesehen gelingt ein derartiger Unterricht bei genügend Zeit und Material aber hervorragend. Unter definierten Bedingungen, also zum Beispiel der Einhaltung richtiger Gruppengrößen und Gruppenzusammensetzungen sowie mit unterstützender Mithilfe ist dieser ohne komplexere Probleme auch im Grundschulalter möglich.

Faktoren, die die Lehrkräfte bisher davon abgehalten hatten, stärker kompetenzorientiert zu unterrichten bzw. mehr chemische Inhalte anzubringen, wurden separat in Fragebögen erfragt.

Diese ergaben, dass zwar bereits naturwissenschaftliche Versuche durchgeführt werden, die Chemie aber bisher noch wenig Einzug gefunden hat. Grundsätzlich ist auch das Wissen über die Bildungsstandards und Kompetenzbereiche ausbaufähig.

In Zukunft wird das kompetenzorientierte Unterrichten eine immer größere Rolle spielen und es wird von den Lehrkräften eine bessere Schulung der SchülerInnen in Richtung Kompetenzen und immer weniger in Richtung „Eintrichtern“ von Fachwissen gefordert werden.

Im Zuge der Entwicklung der Kinder in der heutigen Zeit ist dies mit Sicherheit sinnvoll. Es gibt bereits seit ein paar Jahren erste Ansätze und Programme, die den Ausbau naturwissenschaftlichen Unterrichts in Grundschulen anstreben. Durch das Fach Chemie kann das logische Denken der GrundschülerInnen trainiert werden und es liefert eine gute Grundlage für einen einheitlich kompetenzorientierten Unterricht im Rahmen des Heimat- und Sachunterrichts.