Didaktik der Chemie
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Einfluss industrienaher und -ferner Schulorte auf die Motivation gegenüber chemischen Ausbildungsberufen - Eine Untersuchung an Realschulklassen

Beck, Stefanie

In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, ob ein überzufälliger Zusammenhang zwischen dem unmittelbaren Kontakt zu chemischen Betrieben durch regionale Nähe und der Motivation gegenüber chemischen Ausbildungsberufen besteht. Diese Untersuchung zeigt sich in Hinblick auf den Fachkräftemangel als wirtschaftlich und aufgrund des berufsvorbereitenden Charakters der Realschule auch als schulisch relevant. Die Berufswahl ist nach dem interaktionstheoretischen Ansatz ein Prozess, bei dem das Individuum mit seiner Umwelt interagiert. Daraus ergeben sich bestimmte Berufswahlpräferenzen. Verschiedene endogene und exogene Faktoren beeinflussen diese. Als besonderer exogener Faktor sind die Eltern zu nennen. Diese allgemeinen Prozesse der Berufswahl wurden mit den Erfahrungen von sechs Auszubildenden der Wacker Chemie AG veranschaulicht. Anschließend wurde jeweils der gesamte neunte Jahrgang der Maria-Ward-Realschule Burghausen und der Staatlichen Realschule Bad Tölz zu diesem Thema mithilfe eines standardisierten Fragebogens befragt und deren Angaben untereinander verglichen. Die Annahme, dass ein unmittelbarer Kontakt zu chemischer Industrie die Motivation gegenüber chemischen Ausbildungsberufen erhöht, konnte als bestätigt betrachtet werden. Ebenso konnte die Vermutung, dass Schüler, deren Eltern einen chemischen Beruf ausüben, eine höhere Motivation haben, ebenfalls einen solchen zu ergreifen, belegt werden. Die Hypothese, dass Schüler, die während eines Praktikums einen chemischen Ausbildungsberuf kennenlernen konnten, eine höhere Motivation haben einen solchen zu ergreifen, konnte ferner angenommen werden. Insgesamt konnte also ein regionaler Einfluss auf die Motivation gegenüber chemischen Ausbildungsberufen herausgearbeitet werden.