Didaktik der Chemie
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Chemie in der Lernwerkstatt eines Kindergartens! - Welche Möglichkeiten sind realistisch?

Janitz, Karlotta

In dieser Studie wurden die Reaktionen von Vorschulkindern auf naturwissenschaftlichchemische Experimente untersucht. Innerhalb von drei Wochen fanden an drei Vormittagen verschiedene einfache Experimente statt. An den Versuchen nahmen 17 Kinder teil. Innerhalb der Untersuchung wurde besonderer Wert auf die Prufung folgender Aspekte gelegt.

• Mogliche Uberforderung der Kinder durch fachliche Inhalte.

• Fahigkeit der Kinder Experimentierregeln einzuhalten.

• Fahigkeit der Kinder sich uber einen langeren Zeitraum auf die Versuche zu

konzentrieren.

• Motorische Fahigkeit der Kinder Experimente selbst durchzufuhren.

• Sprachliche Fahigkeit der Kinder den Aufbau der Experimente und das beobachtete

Phanomen zu beschreiben.

• Kognitive Fahigkeit der Kinder Gesetzmasigkeiten zu verstehen und spater

wiederzugeben.

• Ob die Kinder Freude daran haben mit Laborutensilien und Chemikalien zu arbeiten

Um die Versuchsreihe auszuwerten, wurden die Kinder beim Experimentieren beobachtet und nach den Versuchen interviewt. Weitere Daten wurden durch Zeichnungen der Kinder, deren Selbsteinschatzung und deren Berufswunsche gewonnen. Auserdem wurden die Kindergartenpadagogen und die Eltern der Kinder gebeten ihre Beobachtungen zum Verhalten der Kinder mitzuteilen. Bei der Auswertung der Ergebnisse zeigte sich, dass die Kinder grose Freude daran haben naturwissenschaftlich-chemische Experimente zu machen. Das eigene Untersuchen der Phanomene bereitet den Kindern Spas, besonders dann, wenn deutlich sichtbare Veranderungen beobachtet werden konnen. Selbst gefundene und vorgegebene Erklarungen hinter den Versuchen nehmen die Kinder wahrend der Versuche gerne an, jedoch werden diese relativ schnell wieder vergessen. Anders als das Experiment selbst, an das sich die Kinder gerne und gut erinnern, tritt die Erklarung des beobachteten Phanomens fur sie in den Hintergrund. Beim Durchfuhren der Versuche zeigt sich, dass die Vorschulkinder sowohl motorisch in der Lage sind einfache Versuche selbst durchzufuhren, als auch diese sprachlich zu begleiten. Bei den spateren Interviews ist es ihnen jedoch nicht immer moglich Versuchsaufbau, Erklarung und Deutung zu formulieren. Die erwartete Konzentrationszeitspanne von etwa 15-20 Minuten wird von beinahe allen Kindern weit ubertroffen. Vereinbarte Regeln werden von den Kinder sehr genau eingehalten. Abschliesend kann das Experimentieren mit Vorschulkindern durchwegs empfohlen werden, besonders unter dem Gesichtspunkt, dass die Kinder dadurch langanhaltende, positive Eindrucke erlangen, die im besten Falle spater helfen konnen eventuellen Aversionen gegenuber den Naturwissenschaften vorzubeugen.