Didaktik der Chemie
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Bedeutung der Protokollführung von chemischen Inhalten bei Schülerinnen und Schülern der Grundschule im HSU

Gerrer, Stefanie

Schlussendlich bleibt festzustellen, dass es sehr sinnvoll ist chemische Sachverhalte bereits in den HSU der Grundschule einzubringen. Die Kinder stehen dem offen gegenüber und bringen den erarbeiteten Zusammenhängen Verständnis entgegen. Das Experimentieren begeistert sie und die Beschäftigung mit chemischen Sachverhalten steigert ihre Begeisterung und ihr Interesse für die Naturwissenschaft Chemie. Die aus den Versuchen gewonnenen Erkenntnisse werden durch die Protokolle, die gleichzeitig auch als Gedächtnisstütze dienen, gesichert. Aus den Ergebnissen der Befragungen geht weiterhin hervor, dass insbesondere das Interesse der Mädchen durch die Auseinandersetzung mit technischen Inhalten anstieg und somit dadurch in die Entwicklung sich ausprägender Geschlechterdifferenzen eingegriffen wird.

Darüber hinaus wurde eingangs aufgestellte Hypothese belegt, dass sich die Protokollführung positiv auf die Behaltensleistung der Kinder auswirkt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Schülerinnen und Schüler Jahrgangsstufen 1 und 2 eine genaue Vorlage bekommen und das Protokollieren eingehend unter Anleitung der Lehrkräfte geübt wird. Die der Jahrgangsstufen 3 und 4 hingegen sollten weitaus undetailliertere Vorlagen erhalten, um zum selbstständigen Arbeiten hingeführt zu werden. Dem Protokoll muss dabei der in der Theorielegung dargelegte Aufbau zugrunde liegen und die im Punkt „Protokollführung im HSU in der Grundschule“ aufgeführten Fragen beantworten. An den ausgewerteten Protokollen der Schülerinnen und Schüler der Jahre zuvor ist eine deutliche Weiterentwicklung zu erkennen. Dies beruht auf den wachsenden Erfahrungen der Lehrkräfte, welche seit dem Beginn des Projekts ständig ihre naturwissenschaftlichen Kompetenzen erweitern.

Auch die Vorbereitung der Kinder auf die Experimentiertage durch die Lehrerinnen steht in Zusammenhang mit ihrer Behaltensleistung. Dies ist vor allem in den Jahrgangsstufen 1 und 2 deutlich zu erkennen. Außerdem wurde herausgefunden, dass eine Nachbesprechung der Versuche und der dazu verfassten Protokolle ebenso einen positiven Einfluss auf das Erinnerungsvermögen der Grundschüler hat und Fehlvorstellungen vorbeugt. Dies beruht auf den Ergebnissen des in den Jahrgangsstufen 3 und 4 durchgeführten Tests sowie auf den Erkenntnissen, die sich aus den Gesprächen mit den Lehrkräften der Jahrgangsstufen 1 und 2 ergaben. Eine Auswirkung der Begeisterung auf die Behaltensleistung der Schülerinnen und Schüler konnte jedoch nicht nachgewiesen werden, wenngleich die Verbesserung der Behaltensleistung durch ein gesteigertes Interesse in vielen anderen Studien bereits bestätigt wurde. Allerdings stellt sich heraus, dass die Lehr-kraft einen großen Einfluss auf die Begeisterung und das Interesse der Schülerinnen und Schüler für ein Thema hat. Steht diese mit vollem Einsatz dahinter, so fällt es ihr leichter die Kinder dafür zu motivieren, zu begeistern und zum Wissenserwerb anzuregen. 

Des Weiteren zeigt der Vergleich der Befragung der Lehrkräfte mit der der GS/HS-Lehramtsstudenten, dass diese ihre zukünftigen Kollegen stark unterschätzen. Ebenso geht hervor, dass die Lehrerinnen selbst ihre naturwissenschaftlich-technische Kompetenz unterbewerten.

Ein Unterschied in der Protokollführung zwischen Mädchen und Jungen kann nicht ans Licht gebracht werden. Jedoch sind Differenzen bei der Behaltensleistung zu erkennen. Während in der Jahrgangsstufe 3 die Mädchen im Test die Nase vorn hatten, schnitten in der Jahrgangsstufe 4 die Jungen deutlich besser ab.

Fazit ist, dass Mädchen und Jungen durch die Auseinandersetzung mit Technik und den Naturwissenschaften eine Technikkompetenz erwerben, die sie im Alltag handlungsfähiger macht. Dazu muss die Schule einen wichtigen Beitrag leisten. Den Schülerinnen und Schülern wird es dadurch ermöglicht eine Beziehung zu allen Naturwissenschaften aufzubauen, auf deren Basis sich langfristiges Interesse und Begeisterung entwickeln. Diese bilden später die Grundlage für die Berufswahl.