Didaktik der Chemie
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Entwicklung und Evaluation einer Chemiestunde zur Laktose-Intoleranz

Frimmer, Stefanie

Gegenstand dieser Zulassungsarbeit ist, ob die alltagsorientierte Unterrichtsstunde „Laktose-Intoleranz“ die Motivation von Schülerinnen und Schülern im Chemieunterricht fördern kann.

Die Laktose lässt sich der Stoffklasse der Kohlenhydrate, also der „Zucker“, zuordnen.

Bei der Laktose-Intoleranz handelt es sich um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, die deshalb auftritt, weil einer Menschen das Enzym Laktase im Körper fehlt, und die Laktose deshalb nicht in ihre beiden Bestandteile Galaktose und Glukose gespalten werden kann. Die Laktose gelangt unverdaut in den Dickdarm, wo sie durch Milchsäurebakterien vergärt wird. Es entstehen kurzkettige Fettsäuren, sowie Wasserstoff, Methan und Kohlenstoffdioxid, welche dann die typischen Beschwerden einer Laktose-Intoleranz verursachen, diese sind etwa Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit.

Anschließend wird auf die verschiedenen Arten der Laktose-Intoleranz eingegangen und deren Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Es gibt Arten der primären Laktose-Intoleranz, zu welchen die endemische und die entwicklungsbedingte Laktose-Intoleranz zählen. Bei der endemischen Form handelt es sich um den eigentlichen Normalzustand des Menschen, dem nach der Stillzeit nach und nach die Fähigkeit Laktose spalten zu können, verloren geht . Bei der entwicklungsbedingten Laktose-Intoleranz ist nur bei Frühgeborenen zu beobachten und reversibel. Von einer sekundären Form dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit spricht man, wenn diese aufgrund einer Darmerkrankung besteht. Sie kann nach Abheilen dieser ganz verschwinden. Als Diagnosemöglichkeiten wird der Selbsttest, sowie der Wasserstoffatemtest und der Gentest beschrieben. Eine Laktose-reduzierte Diät und eine Enzymersatztherapie werden im Rahmen der Therapiemöglichkeiten angesprochen.

Im nächsten Kapitel beschäftigt sich diese Arbeit mit der Konzeption der Unterrichtsstunde „Laktose-Intoleranz“ und der Konzeption des Fragebogens zu dieser Stunde. Hierzu wurde die Unterrichtsstunde in einer zehnten Klasse des Kunstzweiges in einer bayerischen Realschule abgehalten. Vor und nach der Unterrichtsstunde werden die Schülerinnen und Schüler gebeten, jeweils einen Fragebogen beantworten, mit dessen Hilfe festgestellt werden soll, ob die Schüler im Chemieunterricht eher in- oder extrinsisch motiviert sind, und wie deren generelle Einstellung zum Thema Gesundheit und Ernährung ist. Zudem soll ermittelt werden, wie es um das Fachinteresse der Schülerinnen und Schüler bestellt ist, und bei welchen Themen deren Sachinteresse vermehrt angesiedelt ist. Im Fragebogen, den die Schüler nach der Unterrichtsstunde ausfüllen mussten, wird deren generelle Einstellung zur Chemie erfragt, sowie eine Bewertung der Unterrichtsstunde von ihnen verlangt. Außerdem wird die generelle Motivation durch diese Unterrichtsstunde erfasst und die Schüler danach gefragt, wie sich mehr Alltagsbezug auf deren Motivation auswirken würde. Auch der bisherige Nutzen des Chemie- für deren Biologieunterricht wird betrachtet.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden mit anderen Forschungsergebnissen verglichen und weisen zum Großteil Übereinstimmungen auf.

Im Ausblick werden verschiedene Möglichkeiten zum fächerübergreifenden Unterricht und mögliche Nutzung von Internetforen im alltagsbezogenen Chemieunterricht erwähnt.