Didaktik der Chemie
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Ein Lehrpfad als unterrichtsbegleitendes Lernangebot am Beispiel "Salz aus Berchtesgaden"

Althammer, Ulrike

Die Forderungen der Didaktik nach handlungsorientiertem Unterricht, nach konzeptorientierter Darbietung von Inhalten und dem Erkennen von Zusammenhängen können allein in der Schule, dem zweifelsohne effizientesten Lernort, nicht gänzlich erfüllt werden. Daher kommt dem Besuch von außerschulischen Lernorten, die immer mehr an Qualität gewinnen steigende Bedeutung zu. Außerschulische Lernorte sind „didaktisch-pädagogisch ergiebige Informations-, Erfahrungs- und Tätigkeitsorte, die außerhalb der Klassenräume ein aktives Erkunden und Lernen ermöglichen“ (Hopf, 1993, S.186) und so die Handlungsorientierung fördern. Die Forderung nach dem Lernen außerhalb der Schule ist allerdings keine neue Forderung der Didaktik. Mit Comenius (1592 – 1971) wurde die Originalbegegnung mit Lerngegenständen zum Ausgangspunkt allen Lernens. In der heutigen Zeit stehen vor allem die Kompetenzorientierung des Unterrichts, die Erfüllung der einheitlichen Prüfungsanforderungen (EPA) und der Bildungsstandards im Vordergrund. Das Angebot an außerschulischen Lernorten ist mittlerweile sehr vielfältig. Im Fach Chemie sind diese Lernorte häufig an die chemische Industrie gekoppelt, die sich in den letzten Jahren auch mehr und mehr der Öffentlichkeit und somit auch den Schulen geöffnet hat. Sie stellen Unterrichtsmaterialien wie Foliensätze und Experimentiermaterialien zu Verfügung oder führenauch Betriebserkundungen und Betriebsaspekterkundungen für Schüler durch.So hat auch das Salzbergwerk Berchtesgaden mittlerweile eine beachtliche Anzahl anaußerschulischen Lernangeboten, wie z.B. die Salzzeitreise oder auch das Salzlabor. Mit dem fürdiese Arbeit konzipierten Lehrpfad soll dieses Angebot noch erweitert werden. Dieser Lehrpfad,der auf die Erfahrung des Salzes mit den fünf Sinnen ausgerichtet ist, soll eine Bereicherung undErgänzung für den Unterricht darstellen.Mittels eines Fragebogens wurde der Lehrpfad von Lehrerinnen und Lehrern aus demBerchtesgadener Land und Traunstein bewertet. Ergebnis dieser Umfrage ist, dass durch denLehrpfad zwar das selbstgesteuerte Lernen und die Motivation der Schülerinnen und Schülergefördert, das Interesse am Thema „Salz“ jedoch nur mäßig gesteigert wird. Es zeigt sich dabeideutlich, dass der Lehrpfad die Motivation kurzfristig und vor Ort fördert und den Mehraufwand,den die Schülerinnen und Schüler aufbringen müssen um selbstgesteuert zu lernen positivbeeinflusst, jedoch das grundsätzliche und langfristige Interesse nicht besonders gesteigert wird.Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das Ziel der Nutzung von außerschulischenLernorten ist, die Qualität von Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern zu verbessernund somit einen begeisterten Nachwuchs für naturwissenschaftlich–technische Berufe zu fördern (nach Anton, 2010, S.48).