Didaktik der Chemie
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Durchführung und Erprobung chemischer Versuche im Rahmen des Sachunterrichts der Grundschule - Eine Untersuchung in der dritten Jahrgangsstufe einer Grundschule

Feichtner, Karin

Durch die Durchführung meiner Unterrichtssequenz wollte ich der Frage nachgehen, ob es sinnvoll ist, bereits mit Grundschulkindern naturwissenschaftliche Inhalte im Rahmen des Heimat- und Sachunterrichts durch ein experimentelles Vorgehen zu erarbeiten.

Anlässlich der gelesenen Fachliteratur und aktueller Untersuchungen ging ich von den folgenden Hypothesen aus: Der Lernerfolg der Kinder kann entscheidend durch die Durchführung und Reflexion von Experimenten im Sachunterricht gefördert werden. Auch das Interesse und die Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler werden gesteigert, wenn die Kinder selbstständig Experimente im Unterricht durchführen dürfen. Des Weiteren erleben die Kinder einen für sie bedeutsamen subjektiven Lernerfolg, der auch das Selbstkonzept der eigenen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schülern stärkt. Durch eine problemorientierte und praxisbezogene Lernumgebung kann auch das Selbstregulierte Lernen der Kinder gestärkt werden. Außerdem werden zentrale soziale Kompetenzen der Kinder gefördert, da sie die Experimente in Gruppenarbeit durchführten.

Um diese Hypothesen zu überprüfen, entwickelte ich fünf aufeinander folgende Unterrichtseinheiten, in denen die Kinder Experimente zum Thema „Verbrennung“ im Rahmen des Sachunterrichts erproben konnten. Zunächst wurden wichtige Grundregeln für das Experimentieren erarbeitet, ebenso wie die zentralen Sicherheitsregeln, die die Kinder im Umgang mit Feuer zu beachten hatten. In den darauf folgenden Stunden untersuchten die Kinder, welcher Teil der Kerze brennt, aus welchen Flammenzonen die Kerze aufgebaut ist und welche Stoffe überhaupt brennbar sind. Außerdem bauten sie selbstständig einen Feuerlöscher nach und führten ein Experiment zum Thema „Die Kerze braucht Luft!“ durch. Abschließend füllten die Kinder einen Reflexionsbogen zum Feuer-Projekt aus und bearbeiteten einen umfangreichen Wissenstest, der den Wissenszuwachs der Kinder zeigen sollte.

Durch die Erprobung der Unterrichtseinheiten vor Ort konnte ich zeigen, dass die Kinder große Freude am Experimentieren hatten. Die Lernmotivation und das Sachinteresse der Kinder an den chemischen Hintergründen war unglaublich hoch. Daneben gelang es allen Kindern, die wesentlichen Unterrichtsinhalte zu verstehen, was sich in einem beachtlichen Wissenzuwachs der Kinder wiederspiegelte. Ferner waren die Kinder in der Lage, die Versuchsanleitungen zu verstehen und in Gruppenarbeit umzusetzen, weshalb auch entscheidende soziale Kompetenzen der Kinder gestärkt wurden. Das Selbstkonzept der eigenen Fähigkeiten der Kinder wurde wesentlich gefördert und die Kinder waren in der Lage, sich als kompetent zu erleben. Da alle Kinder einen verhältnismäßig hohen Lernerfolg zeigten und sich entschieden für ein experimentelles Vorgehen im Sachunterricht aussprachen, ist davon auszugehen, dass durch langfristiges Experimentieren die naturwissenschaftlichen Schulleistungen der Kinder verbessert werden können. Dies zeigt auch die Tatsache, dass die Kinder recht traurig waren, als das Projekt beendet war und am liebsten regelmäßig Experimente durchführen möchten.