Didaktik der Chemie
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Inklusion

Huber, Tina

Das Gelingen der Inklusion scheint ein langwieriger Prozess zu sein, der durch die Regelung der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 ein internationales Bewusstsein für die Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderung öffentlich gemacht hat. Durch dieses Bewusstsein wurde es den einzelnen Ländern ermöglicht die finanzielle Grundlage zu schaffen, um Inklusion vor Ort in Gang zu bringen. Nun können Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf nicht nur isoliert in Förderzentren unterrichtet werden, sondern es besteht auch die Chance einer schulischen Karriere in ihren Heimatorten. Dadurch wird nicht nur diesen Kindern der Schritt in die Gesellschaft erleichtert. Ein weiterer großer Gewinn ist auch die Sensibilisierung der Mitschüler ohne Behinderung für Menschen mit Behinderung. Die Umsetzung des Inklusionsgedankens ist ein fortwährender Lernprozess der noch lange nicht abgeschlossen ist. Anhand der Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik, welche bereits seit dem 18. Jahrhundert den gemeinsamen Unterricht von Guthörenden und Schwerhörigen praktiziert, wird deutlich, dass dieser Grundgedanke in seiner Umsetzung gelingen kann. Fehlentwicklungen zeigten aber auch, dass der Grundgedanke immer wieder in seiner Umsetzung überprüft werden muss. Dabei spielen die technischen Entwicklungen eine herausragende Rolle. Die Verallgemeinerungsbewegung scheiterte damals durch die schulischen Gegebenheiten wie Klassenstärke und keine technischen Hilfsmittel. 2015 steht eine Vielzahl an technischen Hilfsmittel zur Verfügung, die durch das Zusammenspiel sowohl dem schwerhörigen Schüler als auch der Klasse und dem Lehrer bei der Inklusion helfen. Dementsprechend besitzt jeder schwerhörige Schüler hochentwickelte Hörgeräte, die ihn in der Wahrnehmung seiner Umwelt unterstützen. Jeder Schüler der inklusiv unterrichtet wird, hat den gesetzlichen Anspruch auf eine mobile FM-Anlage, die ihm beim Verfolgen des Unterrichtsgeschehens hilft. Desweitern sind die allgemeinen Schulen inzwischen sehr gut technisch ausgestattet. In fast jedem Klassenzimmer und den jeweiligen Fachräumen stehen dem Lehrer Computer mit Beamer, Tageslichtprojektor oder Visualiser, ein Whiteboard wenn nicht sogar ein interaktives Whiteboard zur Verfügung. Mit diesen vielfältigen Medien kann dem Schüler ermöglicht werden, dem Unterricht gut zu folgen. Wie sich in dieser Arbeit gezeigt hat, ist die Power Point Präsentation dabei für schwerhörige Schüler eine gute Methode dem Unterricht zu folgen. Auch guthörende Schüler profitieren von diesem strukturierten Unterrichtsmittel. Das Gelingen der Inklusion von Schülern mit 36 sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich Hören, ist eine große Herausforderung für jede Lehrkraft. Sie muss sich kontinuierlich und intensiv mit den neusten Medien auseinander setzen. Die bisherigen Unterrichtsstunden müssen auf die Bedürfnisse des integrierten Schülers abgestimmt werden, obwohl die Lehrkraft keine sonderpädagogische Ausbildung hat. Hierzu bedarf es eine intensiven Zusammenarbeit der Schulleitung, den Förderzentren Hören und dem Mobilen Sonderpädagogischen Dienst. Es darf nicht passieren, dass auf der Lehrkraft allein die Hoffnungen des Gelingens der Inklusion ruhen.