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Nachruf auf unseren geschätzen Prof. em. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Beck

22.01.2026

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Univ. Prof. em. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Beck, der am 19. Januar 2026 verstorben ist.

Prof. em. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Beck

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Univ. Prof. em. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Beck, der am 19. Januar 2026 verstorben ist. Mit ihm verliert die Chemie eine herausragende Forscherpersönlichkeit, einen international hochgeschätzten Wissenschaftler und einen Lehrer, der Generationen von Studierenden und jungen Forschenden nachhaltig geprägt hat.

Wolfgang Beck wurde am 5. Mai 1932 geboren. Nach seinem Studium an der damaligen Technischen Hochschule München promovierte er dort 1960 bei Walter Hieber zum Dr. rer. nat. Bereits früh zeichnete sich seine außergewöhnliche wissenschaftliche Produktivität und Originalität ab. Am 21. August 1968 wurde er an die Ludwig-Maximilians-Universität München berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 als Professor am Institut für Anorganische und Analytische Chemie am heutigem Department Chemie der LMU München wirkte. Rufen aus Marburg und Hamburg folgend, entschied er sich bewusst für einen Verbleib in München – ein bemerkenswertes Beispiel akademischer stabilitas loci, das seine tiefe Verbundenheit mit der LMU widerspiegelt.

Von 1973 bis 1975 übernahm Wolfgang Beck das Amt des Dekans der Fakultät für Chemie und Pharmazie und prägte in dieser Zeit die Entwicklung der Fakultät mit großem Engagement und Weitblick. Mit Urkunde vom 12. Juli 2000 wurde er mit Ablauf des Monats September 2000 emeritiert – der Wissenschaft blieb er jedoch auch danach in beeindruckender Weise verbunden.

Wolfgang Beck zählt zu den bedeutendsten Vertretern der anorganischen und organometallischen Koordinationschemie. Sein wissenschaftliches Werk ist außergewöhnlich umfangreich und dokumentiert sich in mehr als 600 Publikationen. Auch die bioanorganische Chemie gehörte zu seinen langjährigen Interessensgebieten, denen er sich bis ins hohe Alter mit unverminderter Neugier und Schaffenskraft widmete.

Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde Wolfgang Beck vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Karl-Winnacker-Stipendium (1966), dem Chemiepreis der Göttinger Akademie der Wissenschaften (1967) sowie der Liebig-Denkmünze der Gesellschaft Deutscher Chemiker (1994). Eine besondere Ehrung erfuhr er im Jahr 2011, als ihm seine Alma Mater, die Technische Universität München, die Ehrendoktorwürde (Dr. rer. nat. h. c.) verlieh.

Über seine beeindruckenden fachlichen Leistungen hinaus werden viele ihn als einen Menschen in Erinnerung behalten, der Wissenschaft mit Leidenschaft, Disziplin und geistiger Offenheit betrieb. Seine Genauigkeit, seine enorme Kenntnis der Literatur und sein unermüdlicher Forschergeist machten ihn zu einem Vorbild für Kolleginnen und Kollegen ebenso wie für seine zahlreichen Schülerinnen und Schüler.

Wir verneigen uns in Dankbarkeit vor dem Lebenswerk von Wolfgang Beck. Sein Name und sein Wirken werden mit der LMU München, dem Department Chemie, der anorganischen Chemie und der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft dauerhaft verbunden bleiben. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie sowie allen, die ihm menschlich und wissenschaftlich nahe standen.